Viele Staubsauger werden mit einem sogenannten Hepa-Filter ausgestattet, aber ist das auch wirklich ein Mehrwert? Lesen Sie hier worauf dabei zu achten ist.

Wenn man sich vor der Anschaffung eines neuen Staubsaugers ein wenig informiert, stolpert man dabei immer wieder über die sogenannten Hepa Filter. Das klingt erst einmal gut, hochwertig und nach sauberer Raumluft, aber kaum jemand weiß, was sich dahinter verbirgt. Dazu kommt, dass Hepa nicht gleich Hepa ist, denn damit können qualitativ sehr unterschiedliche Filterklassen bezeichnet werden. Die Bezeichnung Hepa sagt also erstmal nur wenig über die tatsächliche Filterqualität aus, sondern zeigt lediglich dass es sich hier um einen Filter einer bestimmten Bauform handelt – einen Schwebstofffilter.

Funktionsweise

Schwebstofffilter wurden Mitte des vergangenen Jahrhunderts, parallel zur Atombombe entwickelt, um so die radioaktiven Partikel zuverlässig aus der Luft filtern zu können. Hier wird rein physikalisch auch nicht mehr auf die uns allen bekannte Siebwirkung (Teilchen bleiben schlichtweg aufgrund ihrer Größe im Filtermaterial hängen) gesetzt, sondern andere Effekte werden ausgenutzt. Im Einzelnen sind das der Trägheitseffekt (größere Partikel folgen aufgrund der eigenen Trägheit dem Luftstrom nicht und verbleiben stattdessen im Filter), der Sperreffekt (Partikel einer bestimmten Größe haften aufgrund von Adhäsionskräften am Filtermaterial) und der Diffusionseffekt (sehr kleine Teilchen folgen dem Luftstrom aufgrund der Brownschen Molekularbewegung nicht und bleiben stattdessen an den Fasern des Filtermaterials haften). Insgesamt sorgt diese Technik also dafür, dass auch von den kleinsten eingesaugten Teilchen, nur möglichst wenige durch den Filter rutschen können. Also was der Staubsauger einmal einsaugt, bleibt somit auch im Staubsauger bzw. im Staubsaugerbeutel.

Verschiedene Filterklassen

Im Gegensatz zu normalen Feinstaubfiltern können Hepa Filter auch Teilchen die kleiner als 1 Mikrometer sind aufhalten. Das betrifft beispielsweise Keime, Viren, Bakterien oder auch Tabakrauchbestandteile und je nach Filterklasse können prozentual mehr oder weniger dieser Partikel abgeschieden werden. Die üblichen Filterklassen sind H12 bis H14 und diese haben Abscheidegrade von 99,5 % (H12), 99,95 % (H13) und 99,995 % (H14). Unter dem Abscheidegrad eines Filters versteht man das Verhältnis zwischen aufgenommener Menge und abgeschiedener Menge. Beim Staubsauger entspricht das also dem Verhältnis zwischen eingesaugtem und tatsächlich auch im Gerät einbehaltenem Staub. Bei den meisten Staubsaugern mit Hepa Filter handelt es sich um H13 Filter, solche Geräte blasen also maximal 0,05% der eingesaugten Partikel mit der Abluft wieder in den Raum zurück.

Hepa für alle?

Der große Vorteil solcher Geräte zeigt sich vor allem dann, wenn Menschen mit Asthma oder Allergiker im Haus leben. Denn nur so lassen sich beispielsweise Pollen, Hausstaubmilben oder andere Auslöser wirkungsvoll entfernen. Dabei ist es natürlich nicht nur mit einem entsprechenden Filter getan, auch der Staubsauger an sich muss speziell versiegelt sein, da die Partikel sonst an Schwachstellen doch wieder austreten können. Wenn man einen Billigsauger für 40 Euro also mit einem Hepa Filter aufrüstet, ist eine verbesserte Hygiene leider nicht garantiert. Aber selbst mit dem besten Staubsauger gilt, dass Allergiker niemals selbst saugen sollten. Stattdessen sollten sie die Räume solange verlassen und sie erst nach der Reinigung und dem gründlichen Lüften wieder betreten.

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